In Krisen- und Notstandsgebieten benötigen Einsatzkräfte in aller Regel eins sehr schnell: eine sofort einsatzbereite Energiequelle. Und genau an diesem Punkt setzen zwei junge Innovatoren mit ihrem Start-up Liquid 2 Energy und ihrer Entwicklung an. Die GFE – Gesellschaft für Fertigungstechnik und Entwicklung Schmalkalden e.V. begleitete das Erfurter Gründerteam Nicklas Taja und René Fischer als Forschungspartner.
Die Präsentation ihrer Ursprungsidee ist eindrucksvoll: Sie stellen eine Taschenlampe in ein mit Wasser gefülltes Glas und erzeugen so Licht und Energie – ganz ohne herkömmliche Batterien, Treibstoff oder Ladeinfrastruktur. Die elektrische Energie wird dabei durch eine galvanische Reaktion erzeugt, sobald sie mit einer wasserbasierten Flüssigkeit aktiviert wird.
Der Markt für flexible Energie- und Notfalllösungen wächst weltweit durch die zunehmenden Extremwetterereignisse, geopolitische Unsicherheiten sowie steigende Anforderungen an Krisenvorsorge und Infrastruktur-Resilienz. Der Mehrwert der Technologie besteht darin, elektrische Energie erst im Moment des Bedarfs zu erzeugen. Dadurch entfällt die Abhängigkeit anderer Energiequellen. Und: Diese neue Generation wasseraktivierter Energiesysteme ist auf Grund ihrer Technologie lagerfähig, wartungsfrei und modular erweiterbar.
Das ursprüngliche Projekt von Fischer und Taja wurde Anfang dieses Jahres im Wettbewerb get started 2gether für technologieorientierte Start-ups in Thüringen zum Preisträger gekürt. Bei ihrem Demonstrator sollte es freilich nicht bleiben. Bei ihrem Demonstrator sollte es freilich nicht bleiben. Ziel war, zusammen mit einem Forschungspartner einen Prototypen für einen transportablen Koffer zu entwickeln, in dem eine netzungebundene Energiequelle integriert ist und in Einsatzsituationen ohne großen Aufwand und leicht bedienbar genutzt werden kann.
„Im Rahmen der Forschungszusammenarbeit wurde das Projekt in den vergangenen Monaten mit dem Know-how der GFE – Gesellschaft für Fertigungstechnik und Entwicklung Schmalkalden e.V. in unserem Haus zu einem anwendungsbereiten System weiterentwickelt“, erklärt GFE-Geschäftsführer Martin Voigt die Kooperation, die in diesen Tagen zum Abschluss kommt.
Kurz vor Abschluss wurde die Technik im fertigen Koffer jetzt noch einmal im Schmalkalder Forschungsinstitut umfassend getestet und die Energieausbeute gemessen. Das Ergebnis überzeugt und die mobile Einheit ist für Einsätze bereit. Damit ist aus dem Ursprungsprojekt WaterLamp nun ein reales Produkt entstanden – das mobile Energiesystem in einem Transportkoffer.
„Dank der Forschungspartnerschaft mit der GFE konnten die Gründer von Liquid 2 Energy ihre innovative Idee zu einer marktfähigen Anwendung entwickeln“, resümiert Martin Voigt. Um einen solchen Schritt erfolgreich zu gehen, braucht es entsprechende Rahmenbedingungen für Start-ups. „Dazu gehört, schon frühzeitig den Zugang zu Forschungseinrichtungen wie der GFE zu ermöglichen, damit Gründer von dem umfassenden Netzwerk und von Kontakten in die gemeinnützigen wirtschaftsnahen Forschungseinrichtungen in Thüringen profitieren.“


